Aktuelle Informationen zur Corona-Virus-Krise 2020

Die Ausbreitung des Corona-Virus und die dadurch verursachte Wirtschaftskrise verändern die wirtschaftliche Lage nahezu stündlich. Zuerst verbreitete der Corona-Virus sich im Januar und Februar in Asien, dann im Februar und März in Europa. Aktuelle Informationen zur Corona-Virus-Krise 2020 sollen auf dieser Seite zusammengefasst werden.

Zahlen

Die ersten weltweiten Statistiken zur Verbreitung des Corona-Virus kamen von der John Hopkins University im Auftrag der WHO. Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst nur die Fälle, die offiziell von den örtlichen Gesundheitsbehörden weitergeleitet wurden. Die Berliner Morgenpost aktualisiert ihre Zahlen tagsüber stündlich. Der WDR veröffentlicht eine Tabelle der Fälle in Nordrhein-Westfalen, aufgeschlüsselt nach Landkreisen. Eine Zusammenstellung von Meldungen örtlicher Gesundheitsämter deutet darauf hin, dass Berlin, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sowie der Kreis Heinsberg besonders stark betroffen sind.

Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße ist die Zahl der Infizierten in San Marino am höchsten, in Italien, den skandinavischen Ländern (Island, Norwegen, Dänemark, Schweden) und der Schweiz ist sie besonders hoch.

Auswirkungen auf den Personenverkehr

Ausgangssperren

In Belgien, Frankreich, Italien, Kalifornien, Österreich und Spanien gilt eine Ausgangssperre. Die eigene Wohnung darf dort ausschließlich zum Arbeiten, Arztbesuch, Einkaufen oder Spazierengehen verlassen werden. Mitterteich ist die erste deutsche Stadt mit Ausgangssperre, nachdem dort fünf Menschen auf der Intensivstation liegen.

Straßenverkehr

Urlauber dürfen nicht mehr die deutschen Nordsee- und Ostsee-Inseln Rügen, Usedom, Poel und Hiddensee, Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn, Pellworm, Helgoland und die Halbinsel Nordstrand betreten.

Seit dem 16. März 2020 kontrollieren Beamte der Bundespolizei an den Außengrenzen der Bundesrepublik Deutschland zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark die Reisenden und fragen nach dem Anlass der Reise. Berufspendler und Warentransporte dürfen ungehindert passieren.

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2020/03/grenzschliessung-corona.html

Dänemark, Polen und Tschechien schließen ihre Staatsgrenzen für den Reiseverkehr. Der Güterverkehr bleibt weiterhin erlaubt, Staatsangehörige können in ihre Heimat zurückkehren, und Ausnahmen können am Grenzübergang beantragt werden.

Berufspendler, Diplomaten und Gütertransporte sollen ungehindert die Grenze passieren dürfen, aber noch ist unklar, welche Dokumente den Status eines Berufspendlers dokumentieren. Wartezeiten an den Grenzübergängen behindern den Güterverkehr, obwohl dies eigentlich verhindert werden sollte.

Flixbus fährt nicht mehr.

Bahnverkehr

Deutschland (Deutsche Bahn)

Der internationale Bahnverkehr von Deutschland nach Dänemark, Italien, Österreich, Polen, Schweiz und Tschechien ist eingeschränkt worden.

Es verkehren keine EC-Züge mehr von Hamburg nach Dänemark. Der kleine Grenzverkehr ab Flensburg und Niebüll ist anscheinend nicht betroffen, auch die Regionalzüge nach Puttgarden verkehren weiterhin.

Die grenzüberschreitenden EC-Züge fahren nicht mehr zwischen Bad Bentheim und Amsterdam, weniger ICE-Züge fahren jetzt von Frankfurt nach Amsterdam und Brüssel.

Die EC-Züge von München nach Innsbruck, Verona und Zürich fahren nicht mehr, die IC-Züge von Stuttgart nach Zürich wurden ebenfalls eingestellt. Auf der Karwendelbahn zwischen Mittenwald und Scharnitz sowie auf der Außerfernbahn zwischen Garmisch und Kempten fahren ebenfalls keine Züge mehr. Der grenzüberschreitende Regionalzugverkehr nach Kufstein und Salzburg ist ebenfalls eingestellt.

Alle Zugverbindungen zwischen Deutschland, Polen und Tschechien verkehren ebenfalls nicht mehr. Dies betrifft auch die Bahnlinie von Görlitz nach Zittau. Stattdessen verkehrt ein Ersatzbus von Hagenwerder über Ostritz nach Zittau.

Ab Dienstag, 17. März 2020 sollen die Zugverbindungen zwischen Deutschland und Frankreich reduziert werden. Die Saarbahn fährt nicht mehr grenzüberschreitend bis Saarguemines, alle Zug- und Busverbindungen von Saarbrücken nach Frankreich sind eingestellt.

Österreich (ÖBB)

Die Personenzüge der ÖBB verkehren nicht nach Italien, Slowenien und Tschechien sowie zwischen Wien und Bratislava (Slowakei). Dies betrifft auch die Nahverkehrszüge zum Brenner sowie ins Pustertal.

Schweiz (SBB)

Alle internationalen Schnellzüge der SBB enden jetzt in Basel, Brig oder Chiasso. Das Zugangebot innerhalb der Schweiz wurde drastisch reduziert, der Halbstundentakt durch einen Stundentakt ersetzt. Ab dem 23. März 2020 fahren keine Züge mehr nach Konstanz. Schaffhausen ist nur noch von der Schweiz aus erreichbar.

Tschechien (ČD)

Alle internationalen Personenzüge der tschechischen Eisenbahngesellschaft ČD verkehren ab 14. März 2020 für mindestens vier Wochen nicht mehr im grenzüberschreitenden Verkehr.

Flugverkehr

Europa – Nordamerika

Auf Anordnung des US-amerikanischen Präsidenten Donald J. Trump dürfen Personen ohne US-amerikanische Staatsbürgerschaft, die sich während der letzten 14 Tage im Schengen-Raum (Mitgliedsstaaten der Europäischen Union) aufgehalten haben, ab dem 13. März 2020 nicht mehr in die USA einreisen.

American Airlines plant die Einstellung der meisten internationalen Flugverbindungen innerhalb der nächsten sieben Tage. Delta Airlines fliegt nur noch einmal täglich von Atlanta nach Amsterdam, London und Paris sowie einmal täglich von Detroit nach Amsterdam und von New York nach London.

Die Lufthansa fliegt nur noch von Frankfurt nach Chicago und Newark, wo die Partnergesellschaft United Airlines ihre Drehkreuze betreibt. United Airlines fliegt nur noch von Newark nach Brüssel, Frankfurt, London und Tel Aviv sowie von Washington-Dulles nach London.

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Flüge innerhalb der Europäischen Union

Austrian Airlines, Czech Airlines und die polnische Fluggesellschaft LOT fliegen nicht mehr ins Ausland. Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat den Großteil ihrer Flüge eingestellt.

Ryanair fliegt ab 24. März 2020 nur noch zwischen Großbritannien und Irland, die übrigen innereuropäischen Flüge sollen weitestgehend eingestellt werden. Wizzair fliegt nicht mehr nach Estland, Georgien, Israel, Italien, Lettland, Litauen, Polen, Russland, die Ukraine und Zypern.

Türkei

Turkish Airlines fliegt nicht mehr von und nach China, Südkorea, Iran, Irak und Italien. Bis zum 17. April 2020 gibt es auch keine Flüge mehr von und nach Belgien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Skandinavien und Spanien.

Asien – Nordamerika

Delta Airlines verbindet noch sechsmal wöchentlich Tokyo mit Detroit und Honolulu, fünfmal wöchentlich Tokyo und Minneapolis sowie dreimal wöchentlich Seoul mit Detroit und Seattle.

United Airlines fliegt nur noch einmal täglich nach Singapur, fünfmal pro Woche nach Osaka-Kansai und Tokyo-Narita sowie dreimal pro Woche nach Seoul-Incheon.

Schiffsverkehr

Kreuzfahrtschiffe fahren nicht mehr.

Stadtverkehr

In vielen Städten fahren Busse und Straßenbahnen deutlich seltener. Solange Schulen und Universitäten geschlossen sind, ist der Andrang nicht so groß wie an normalen Wochentagen.

Die U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse der BVG in Berlin verkehren im 10-Minuten-Takt. In Düsseldorf und Köln gilt der Samstagsfahrplan.

Die Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG fahren nach einem Sonderfahrplan im 20-Minuten-Takt wie an Sonn- und Feiertagen. In Hannover fahren die Stadtbahnen im 15-Minuten-Takt. In Karlsruhe fahren die Straßenbahnen im 20-Minuten-Takt wie an Sonn- und Feiertagen.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Aktuelle Informationen zur Corona-Virus-Krise 2020 und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft sind derzeit schwer zu erhalten.

Bestimmte Produkte wie Nudeln, Toastbrot oder Toilettenpapier sind in den Supermärkten an manchen Wochentagen ausverkauft. Grund dafür sind Prognosefehler in den Warenwirtschaftssystemen, die sich am durchschnittlichen Wochenverbrauch orientieren.

Der europäische Flugzeughersteller Airbus schließt seine französischen und spanischen Werke für vier Tage, um dort verschärfte Hygienemaßnahmen umzusetzen. BMW, Daimler und Volkswagen produzieren für zwei Wochen keine Fahrzeuge in ihren europäischen Fabriken, um ihre Mitarbeiter vor Infektionen zu schützen und um die Versorgung der Fabriken mit Zulieferteilen zu überprüfen. Die Lufthansa hat angeboten, Sonderflüge zum Transport wichtiger Bauteile durchzuführen.

Falls aufgrund von Fabrikschließungen in der Automobilindustrie LKW und deren Fahrer verfügbar werden, sollen diese zum Transport von Lebensmitteln und Medikamenten eingesetzt werden.

Die Ausgangssperren treffen in erster Linie den Dienstleistungssektor. Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants, Kinos, Sport- und Fitnessstudios sollen aufgrund der Quarantäne geschlossen bleiben. Derzeit ist noch nicht absehbar, wie stark die Umsätze und somit auch die Beschäftigung zurückgehen werden.

Die Insolvenzordnung wird bis zum 30. September 2020 ausgesetzt, so dass kurzfristige Liquiditätsengpässe nicht zur Insolvenz führen müssen.

Kurzarbeitergeld

Rückwirkend zum 1. März 2020 hat die Bundesregierung den Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtert. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt 60% des letzten Nettogehalts für unterbeschäftigte Arbeitnehmer, sofern mindestens 10% der Beschäftigten eines Unternehmens betroffen sind.