Innovation Pitches - Software Solutions


Innovation Pitches #6: Software Solutions

Als „Messe ohne Maske“ sind die Innovation Pitches inzwischen so beliebt, dass Unternehmen und Vortragende zum zweiten Mal bei uns auftreten. Fünf Gäste aus verschiedenen Unternehmen präsentieren jeweils 15 Minuten lang ihre innovativen Produkte. Beim sechsten Termin am Donnerstag, 3. Dezember 2020, von 11:00 bis 13:00 Uhr, lernten mehr als 100 Gäste Software Solutions für die Logistik kennen. Digitalisierungsberater Christoph Groß moderierte diese Folge zusammen mit Nikolai Posanok.

Gute und schlechte KI

Gabriel Werner, Vice President bei Blue Yonder, betonte im ersten Vortrag die Unterschiede zwischen guter und schlechter KI. Bisherige Modelle stützen sich auf historische Daten, die durch gleitende Mittelwerte in die Zukunft extrapoliert werden. Gute KI-Software muss in der Lage sein, ineinandergreifende Interdependenzen im Netzwerk erkennen.

Inventory Optimization von Blue Yonder analysiert den Lagerbestand und prognostiziert mit Hilfe von künstlicher Intelligenz überdies den zukünftigen Auftragseingang. Traditionelle Prognosemodelle berechnen einen Sicherheitsbestand, der regelmäßig zum Überbestand wird. Das KI-Modell von Blue Yonder passt sich automatisch an und zeigt Anwendern, welche Faktoren bei der Berechnung des Modells berücksichtigt worden sind. Dadurch soll das Vertrauen in Künstliche Intelligenz steigen.

Transparente Lieferketten

Luise Müller-Hofstede, Client Partner bei Circulor, sprach im zweiten Vortrag über Transparenz in internationalen Lieferketten. Zwei Gründe sprechen für eine Rückverfolgbarkeit der Wertschöpfungskette:

  1. Verantwortliche und Nachhaltige Beschaffung
  2. Klimaneutralität

Zahlreiche Unternehmen werben mit hohen ethischen Umwelt- und Menschenrechts-Standards und stehen deshalb in der Pflicht, die Einhaltung dieser selbst beschlossenen Standards, idealerweise für jede Charge, nachzuweisen. Boeing, Daimler, Volvo und weiter große Unternehmen überwachen ihre Zulieferer bereits mit Hilfe von Circulor. Derzeit ist die Teilnahme für Zulieferer zwar kostenpflichtig, aber sie wird nach dem Auslaufen bisheriger Lieferverträge zur zwingenden Voraussetzung. Die App verbucht Ein- und Auslagerungen automatisch in einem Digitalen Zwilling, es gibt jedoch auch die Möglichkeit, diese Daten in unterdigitalisierten Betrieben als Excel-Datei hochzuladen.

Kommissionierwege verkürzen

Richard Lessau, CEO bei Heureka Business Solutions, präsentierte im dritten Vortrag das Logistik-Optimierungs-System von Heureka, das unsere Webinar-Abonnenten bereits im März kennengelernt haben.
Diese Software berechnet 1 Million Simulationen je Minute, um aus mehreren Trillionen Möglichkeiten schließlich die kürzesten Auslagerungs- und Kommissionierwege zu ermitteln. Bei normalen Artikeln können die Kosten um mehr als 20% und die Durchlaufzeiten sogar um mehr als 25% sinken. Bei Gefahrgütern ist die Möglichkeit, Artikel gemeinsam zu transportieren, jedoch naturgemäß eingeschränkt.

Frachtbörse Trans.eu

Thomas Gawel, Senior Business Development Manager, präsentierte
im vierten Vortrag seinen neuen Arbeitgeber Trans.eu Group, eine der wichtigsten Frachtbörsen in Europa. Gerade in der Transportlogistik sind derzeit noch viele manuelle Schritte zur Vertragsanbahnung und Vertragsabwicklung üblich. Aufgrund des Demographischen Wandels sind Jahr für Jahr weniger Fahrer verfügbar, was die Suche nach Gesprächspartnern somit aufwändiger macht.

Außerdem müssen Logistik-Unternehmen immer mehr Informationen, beispielsweise über ihre CO2-Emissionen, sammeln und mit Auftraggebern teilen. All diese Aufgaben sollen über eine einzige Frachtbörse abgewickelt werden:

  • Trans.eu sucht nach Transportdienstleistern für Frachtaufträge .
  • Führerscheine, Zusatzqualifikationen und Zertifikate werden online überprüft.
  • Verhandlungen lassen sich online führen
  • Die Transaktion wird mit einem Mausklick abgeschlossen
  • Anschließend wird der Auftrag digital weitergeleitet
  • Das System überprüft außerdem ständig den Status von Fahrer und Fahrzeug.
  • Sobald die Ware zugestellt ist, bekommt der Auftraggeber eine Zustellungsbestätigung.
  • Nicht zuletzt läuft auch die Zahlung über diese Plattform.

Diese Plattform ermöglicht somit eine Senkung der Logistikkosten, die digitale Verwaltung und Kontrolle der Volumenströme, die Minimierung der Leerfahrten sowie eine höhere Datenintegration und Transparenz. Eine Vernetzung mit anderen Frachtbörsen wird laut Aussage von Thomas Gawel seit langem praktiziert und ist somit problemlos möglich.

Internet of Things mit 5G

Marc Ritter, Senior Sales Expert Travel Transport & Logistics bei der
T-Systems International GmbH, betonte in seinem fünften und letzten Vortrag, dass neue Technologien wie Internet of Things auch leistungsfähige Kommunikationsnetze benötigen, um Roboter optimal zu lokalisieren. Auf dem Betriebsgelände selbst sollte ein 5G-Campus-Netz installiert werden, darüber hinaus sollten öffentliche 4G/LTE-Netze die Lokalisierung außerhalb des Betriebsgeländes ermöglichen. Alle diese Daten aus unterschiedlichen Ortungsdiensten (GPS, WLAN, 5G) sollen deshalb zu einem einzigen offenen Standard omlox (Open Location Standard) mit einheitlichem Koordinaten-Referenzsystem zusammengeführt werden.

Wie geht es weiter?

Im Januar 2021 sollen die nächsten Innovation Pitches stattfinden. Wenn Sie teilnehmen oder ein innovatives Produkt vorschlagen möchten, dann schreiben Sie uns eine Nachricht.

Weitere Software Solutions für die Logistik findet man im Matchmaker, der unseren Leserinnen und Lesern bereits aus dem vorletzten Blog-Beitrag bekannt ist.